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Letzte Änderung:
24.01.2010

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Von Packwood nach Seattle

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Der Reflection Lake am Mt.Rainier am Morgen

Der Reflection Lake am Mt.Rainier am Morgen

Das Frühstück heute morgen ist mal wieder sehr dürftig. Am Empfang im Motel stehen ein paar Muffins sauber geviertelt und ein paar Stückchen wässrige Wassermelone. Der Kaffee ist ungenießbar, der O-Saft dafür wieder gut. Das kann man sich wirklich schenken...

Wir sind wieder früh unterwegs, um noch einmal einen Abstecher zum Reflection Lake zu machen in der Hoffnung, dass es heute morgen noch windstill ist. Viel Hoffnung haben wir aber nicht. Und so ist es auch - eigentlich ist es nicht besser als gestern, als wir um kurz nach neun Uhr morgens an den Reflection Lakes sind. Trotzdem versuchen wir noch einmal alles, um an ein perfektes Bild zu kommen.

Die Kette der North Cascades

Die Kette der North Cascades

Dann fahren wir wieder hinunter um unsere eigentliche Route in Angriff zu nehmen. Wir fahren schnurstracks den HW 123 hoch zum White River Entrance und dann direkt zum Sunrise Point. Das Visitor Center ist bereits verrammelt - “Closed for the winter” verkündet das Schild. Wir starten wieder auf einen kleinen Trail ohne genau zu wissen, wo er uns hinführen wird. Das Panorama und das Wetter sind wieder einmal ohne Worte. Auf der einen Seite dieser alles in seinen Bann ziehende Berg, auf der anderen Seite das Panorama der North Cascades, die sich von Kanada aus bis hier herunter ziehen.

Der 4392m hohe Mt.Rainier - ein Panorama zum Träumen!

Der 4392m hohe Mt.Rainier - ein Panorama zum Träumen!

Nicht weit vom Frozen Lake, wo wir nach ca. 1,5 Meilen umkehren werden, kommt es dann wieder zu einem dieser Schlüsselerlebnisse. Ich sehe, wie eine Wanderin ein wenig vor uns irgendetwas an einem Strauch am Boden macht und denke mir noch “die wird doch nicht etwa irgendwelche Blumen abreißen” (was natürlich streng verboten wäre). Als wir an der Stelle vorbei kommen, sehe ich, was sie da verbotenes gemacht hat.

Ein Squirrel - ein amerikanisches Eichhörnchen

Ein Squirrel - ein amerikanisches Eichhörnchen

Nein, keine Blümchen gerupft - sie hat ein Squirrel (= amerikanisches Eichhörnchen) mit Erdnüssen beglückt. Da sitzt es auf einem Stein in der Sonne, ein paar Nüsse vor sich und eine Nuss zwischen den Pfoten! Wie es da so sitzt und knabbert ist es das Motiv schlechthin... Perfekt in Szene gesetzt. Leider spinnt meine Kamera, als ich die absolut perfekte Einstellung gefunden habe und fokussiert auf alles - nur nicht das Squirrel. Und als dann noch ein paar Touristen aus der Gegenrichtung kommen, ist das possierliche Tierchen mitsamt der Nuss im Busch verschwunden. Okay, ein paar Bilder habe ich und eine Nuss hat es auch noch da gelassen, die ich für den Rückweg einstecke. Vielleicht habe ich ja noch mal die Möglichkeit, das Tier aus seinem Versteck zu locken?!?

Das Wahrzeichen Seattles: Die Space Needle

Das Wahrzeichen Seattles: Die Space Needle

Der Frozen Lake ist mehr ein Wasserreservoir und nicht sehenswert. Für uns soll hier aber Schluss sein, schließlich wollen wir heute noch nach Seattle, und da müssen wir uns noch eine Bleibe suchen. Also drehen wir um.

An der Stelle, wo wir vorhin das Squirrel auf’s Korn genommen haben, können wir es auch jetzt wieder ausmachen. Also lege ich die Nuss als Köder auf demselben Felsen aus - und es wirkt! Es kommt erneut hervor, und diesmal gelingen mir bessere Bilder. Ganz zutraulich ist es jetzt als wolle es mir sagen “na, was ist los? Gib mir mehr davon”... Okay, ich weiß natürlich, dass man das nicht machen sollte und ich hätte bestimmt auch nicht damit angefangen. Aber ich gebe zu, dass ich die Situation schamlos ausgenutzt habe...

Nach unserer Rückkehr zum Sunrise Point ist der Parkplatz brechend voll. Ich möchte gar nicht wissen, wie es bei solchem Wetter an einem Wochenende in der Hochsaison aussieht. Da muss halb Seattle da sein. Und genau dorthin machen wir uns jetzt auf den Weg, fahren den Weg zurück zum White River Entrance und von dort den HW 410 in nördliche Richtung aus dem Park hinaus. Die Fahrt dorthin verläuft bis auf eine weiträumige Umleitung recht ereignislos. Über den Interstate 405 und den HW 520 fahren wir der Skyline Seattles entgegen.

Seattle am Abend - im Hintergrund Mt.Rainier

Seattle am Abend - im Hintergrund Mt.Rainier

So empfiehlt es mein Reiseführer. Da man um diese Uhrzeit (es ist gegen vier Uhr) aber gegen die Sonne blickt, hat man nicht so viel von der Skyline. Wir irren dann ein wenig durch die Stadt, bevor wir das Convention Center finden, in dem auch das Visitor Bureau untergebracht ist. Dort wollen wir uns Informationen über Hotels und Motels in zentralerer Lage beschaffen. Leider ist heute Sonntag und das Visitor Bureau geschlossen - weniger gut! Aber es liegen genügend Werbezettel aus. Wir suchen ein wenig herum, checken die Lage der einzelnen Motels und picken uns zwei oder drei heraus. Als erstens rufen wir im unweit der Space Needle gelegenen Best Western Loyal Inn an. Ja, er hätte noch genügend Zimmer frei für zwei Nächte. Wir sollten einfach herüberkommen, verkündet die Stimme am anderen Ende des Telefons. Der Preis stimmt auch (82 Dollar pro Nacht am Rande der Downtown), also schnell zurück zum Auto und nichts wie hin. Koffer abstellen und schon geht’s wieder los. Wir entschließen uns, den wunderschönen sonnigen Abend auszunutzen und gleich zur 184 Meter hohen Space Needle, dem Wahrzeichen Seattles seit der Weltausstellung 1962, hinaufzufahren und dort den Abend bis zum Sonnenuntergang zu verbringen.

Seattle von der Space Needle aus am Abend

Seattle von der Space Needle aus am Abend

Mit Kameras und Stativen bewaffnet machen wir uns auf den Weg. Vom Motel aus ist es nur ein Katzensprung zum Seattle Center, in dem die Space Needle steht. Heute ist eine Art Vergnügungspark drumherum. Wir fahren gleich hoch und genießen das phantastische Panorama in der Abendstimmung. Selbst der Mount Rainier ist relativ klar in der Ferne erkennbar. Langsam wird es dunkel über dem Pudget Sound, der Mond scheint als Sichel über ihm und die Stadt wird im Lichtermeer der Häuser neu geboren...

Vom Seattle Center fahren wir nach dem etwa 2,5 stündigen Aufenthalt auf dem Observation Deck mit der Monorail, der ebenfalls zur Weltausstellung gebauten Hochbahn, mitten nach Downtown. Lange herumlaufen wollen wir nicht, und so landen wir in einem ‘etwas’ teureren Restaurant am Fischmarkt, was wir aber erst quasi zu spät merken - hier gibt es nirgends Karten vor dem Restaurant, man weiß also gar nicht, was einem erwartet. Weder genau, was es gibt noch wie teuer es ist. Nach dem Essen gehen wir schräg gegenüber ins Irish Pub, wo ein graubärtiger Sänger mit Gitarre Folk Rock zum besten gibt. Und er beherrscht seine Sache: Prima Stimme, und er braucht keine Noten und keine Songtexte.

Sonnenuntergang am Pudget Sound

Sonnenuntergang am Pudget Sound

Man merkt, dass das bei ihm von ganz tief drinnen heraus kommt, er hat das 100% im Blut. Auch Wünsche der wenigen Gäste erfüllt er ohne zögern und ganz relaxt, während wir unser Alaskan Amber schlürfen - okay, im Irish Pub nicht ganz stilecht, aber was soll’s. Wir sind ja schließlich in Amerika! Es macht Spaß dem Mann zuzusehen. Ich denke in den verschmitzten Gesichtszügen eine irische Abstammung erkennen zu können, und so bleiben wir eine zwei oder drei Bier lang, bevor wir zu Fuß zum Hotel zurücklaufen.

Dort geht nur das Licht im Bad - im übrigen Zimmer nicht. Also spaziere ich hinunter zur Rezeption. Man sieht dem jungen Typ, der die Rezeption hütet, an, was er denkt: “Blöde Touris, zu blöd den Hauptschalter zu finden”. Aber so blöd sind wir ja nun doch nicht. Umso blöder ist sein Gesicht, als ich auf sein Geheiß alle Schalterkombinationen durchprobiere. Er guckt schon ein wenig verblüfft, es geht also wirklich nicht und ein wenig unangenehm scheint ihm die Situation nun auch zu sein. Weil er sich nicht zu helfen weiß, gibt er uns ein neues Zimmer ein paar Türen weiter vorne im Gang. Wie gut, dass wir vorhin die Koffer noch nicht ausgepackt hatten...

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Tag 8:
28.9.2003

Strecke:
Packwood nach Seattle
(188 Meilen)

Wetter:
Strahlender Sonnenschein

Bundesstaaten:
Washington

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