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24.01.2010

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West Yellowstone nach Missoula

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Der Earthquake Lake

Der Earthquake Lake

Nach den letzten beiden Tagen im Yellowstone NP kommt heute ein reiner Fahrtag. Nach Möglichkeit wollen wir heute nach Missoula kommen. Von West Yellowstone aus geht es quasi direkt auf den HW 287. Der erste Stopp ist nicht weit. Der Earthquake Lake ist hier ein Mahnmal für die Naturgewalten: Das stärkste Erdbeben in der Geschichte Montanas forderte 28 Todesopfer, als am Ende des Madison River Canyons ein Berghang abrutschte und den Canyon mit etwa 30 Millionen Kubikmeter Erde und Geröll verschloss. Hinter diesem gewaltigen Staudamm staut sich heute das Wasser zum Earthquake Lake. Im Wasser stehen noch heute die Baumleichen. Am Hebgen Dam steht auch ein Visitor Center, in das wir eigentlich hinein wollen - aber es sieht so zu aus? Und tatsächlich: “Closed for the season” verkündet das Schild. Der 24. September, also gestern, war der letzte Öffnungstag dieses Jahr! Bad luck...

Die Weite von Montana

Die Weite von Montana

Also springen wir wieder ins Auto und gelangen über Ennis nach Virginia City. Virginia City ist eine alte Geisterstadt aus den Tagen des Old West. Das Leben ist hier nach dem Ende des Goldrauschs stehen geblieben. Alte Läden zeigen die Waren der Zeit in den restaurierten Auslagen, eine Postkutsche fährt noch Touristen durch die kleine Stadt. Ein wenig des alten Charmes ist erhalten geblieben in den staubigen Straßen der ehemaligen Hauptstadt von Montana, die einst über 10.000 Einwohner zählte und erst 1875 als Hauptstadt von Helena abgelöst wurde.

Virginia City, ehemals Hauptstadt von Montana

Virginia City, ehemals Hauptstadt von Montana

Weiter geht es am Alder Creek. Nur ein paar Meilen weiter kommt die nächste Geisterstadt: Nevada City. Wie Virginia City steht auch Nevada City komplett unter Denkmalschutz. Auch hier ist die Zeit stehen geblieben. Ein alter Bahnhof und die Holzhäuser aus der Zeit, als hier der Wilde Westen und Recht und Gesetz Fremdwörter waren. Die Häuser werden ständig restauriert und eine Tafel weist aus, für welche Filme Nevada City eine Wildwest-Kulisse bot. Ich kenne keinen der Filme, aber immerhin spielte in einem Dustin Hoffman mit. Die schöne Dampflok - offensichtlich liebevoll konserviert - steht leider verschlossen in einem Schuppen. Man kann nur durch ein paar Fenster hineinsehen.

Alte Läden in Virginia City

Alte Läden in Virginia City

Über Alder und Twin Bridges nähern wir uns Butte, was nach den verschlafenen Städtchen aus dem vorletzten Jahrhundert eine Art Kulturschock ist. Butte ist eine Bergbaustadt, was man auch sofort an den alten Türmen der Förderanlagen sieht, die oben am Berg liegen. Auch eine große Mine - Berkeley Pit, ein 1800 Fuß tiefes Loch - ist zu besichtigen. Das gibt aber nicht wirklich viel her. Eigentlich wollen wir am Anfang gleich ins Visitor Center, das wir - in Unkenntnis der genauen Lage - irgendwo in der Stadtmitte oder zumindest in der Altstadt suchen. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Wir kurven ein wenig hin und her, dann stellen wir einfach das Auto ab und laufen ein wenig durch die Stadt. Allzu genau sollte man abseits der Hauptstraßen nicht hinsehen. Der Lack ist hier oft im wahrsten Sinne des Wortes ab und man fühlt sich mitten im amerikanischen Nirgendwo. Mit Sicherheit hat die Stadt schon bessere Tage gesehen, als hier vor allem Silber gefördert wurde. Heute aber sind viele Häuser in einem bedauerlichen Zustand und viele scheinen auch verlassen zu sein.

Die Ghost Town Nevada City

Die Ghost Town Nevada City

Ein gutes hat die Stadt aber: Da der Magen uns signalisiert, dass wir etwas zu essen vertragen könnten, wagen wir uns in ein Subway Fast-Food-Restaurant. Bisher hatte das keiner von uns probiert. Aber die Dinger sind wirklich klasse: Man bekommt hier keine Burger sondern Sandwiches: Man wählt ein Grundmuster (z.B. “Italien BMT”), wird dann gefragt “6 inch or footlong?”, darf dann das Sandwich wählen (klassisch, oder mit Knoblauch, italienischen Gewürzen etc.). Dann geht es zum Käse (“american, swiss, cheddar, ...”) und dann an den Rest (Pepperoni, Paprika, Zwiebeln, grünen Salat, Oliven, Gurken und was es noch so alles gibt. Zum Schluss noch eine Soße drauf und alles elegant zugequetscht - denn die Dinger sind dann richtig groß. Auf dem Weg nach Seattle habe ich mir ein paar Tage später mal einen “footlong” gegönnt - das reicht für den Rest des Tages!

Nevada City

Nevada City

Als wir aus der Stadt rausfahren, finden wir das Visitor Center doch noch. Unmittelbar am Highway 90, aber völlig auf der freien Wiese. Wir gehen kurz durch, aber für die Trolley-Tours durch die alte Bergbau-Stadt haben wir jetzt einfach keine Zeit mehr.

Die letzte Station heute vor dem Erreichen des Tagesziels ist die Geisterstadt Garnet. Dazu müssen wir vom HW 90 runter und 10 Meilen eine Schotterstraße den Berg hoch. Und das dauert bei diesen Straßenverhältnissen! Kurvenreich und eng wird es besonders oben, und es staubt gewaltig. Oben angekommen muss man für die Besichtigung ein paar Dollars in einen Umschlag stecken und in einen Kasten einwerfen. Auf dem Hinweg vom Parkplatz durch den Wald fallen mir schon Katzenaugen an einem Baum auf, auf dem Rückweg erkenne ich auch den Rest der Lichtschranke. Aha, die kontrollieren also, wieviele Leute den Weg benutzen. Wahrscheinlich um zu sehen, ob auch alle brav zahlen... Von gut erhalten kann man aber eigentlich nicht reden. Beeindruckend ist allenfalls, wie klein so manche Behausung gewesen sein muss.

Die Stadt Butte

Die Stadt Butte

Viel von der Stadt fiel einem Brand zum Opfer, und so stehen nur noch wenige echte Häuser. Der Rest sind ein paar Baracken, in denen ein paar alte Bettgestelle und ähnliches Gerümpel stehen. Wirklich anschaulich ist das ganze nicht. Dann geht es wieder 10 Meilen auf der anderen Seite den Berg hinunter. Ich bin froh, als wir unten sind, denn ich muss oft in die tief stehende Sonne sehen und sehe dann die Schotterpiste vor mir oft rein gar nicht. Das ist gar nicht witzig in diesem Gelände. Manchmal muss ich stehen bleiben und mich erst neu orientieren, weil ich so geblendet bin.

Auf dem HW 200 geht es dann schnurstracks nach Missoula. Dort wollen wir gleich ein Motel suchen. Im Best Western blitzen wir ab: Nur noch ein Zimmer (auch noch ein Raucherzimmer) und das scheint eine Suite mit Jaccuzi zu sein. Natürlich für viel zu viel Geld (120 Dollar plus Taxes). Also nichts für uns. Aber in Sichtweite beim Motel 6 werden wir fündig. 60 Dollar plus Taxes - das ist okay!

Panorama der Bergbaustadt Butte

Panorama der Bergbaustadt Butte

Wir entscheiden uns, dem Rat des Reiseführers zu folgen uns fahren ein paar Meilen weiter in Guy’s Lolo Creek Steak House. Nach ein wenig Suchen (wir wissen nur den Ort und das es an der Straße liegen soll) finden wir es auch. Direkt am HW 12, wo wir am nächsten Tag wieder vorbeikommen sollten. Erstklassige Steaks erwarten uns dort in schöner Western-Atmosphäre. Ich gönne mir ein New Yorker (12 oz) und ‘ne Cola. Zu zweit gehen wir da trotzdem dann mit über 50 Dollar raus. Ganz schön heftig, aber das Steak war vom allerfeinsten! Wer es sich mal leisten will dem sei das Steakhouse wärmstens empfohlen!

Die Geisterstadt Garnet

Die Geisterstadt Garnet

Nach der Rückkehr passt uns der Typ an der Rezeption - Shawn war sein Name - ab. Irgendwie ahnte er, dass wir Deutsche sind und die Lösung seines Problems: Er hat an der Highschool einen Deutsch-Kurs belegt und benötigt ein wenig Nachhilfe in Grammatik. Kein Problem für uns, also setzen wir uns mit ihm zusammen in einem kleinen Räumchen direkt neben der Rezeption. Für uns natürlich ein Kinderspiel. Nebenbei gibt er uns noch ein paar Tipps für die Westküste und empfiehlt uns unbedingt nach Victoria Island zu fahren, wenn wir in Vancouver sind. Außerdem findet er es schade, dass wir den Glacier NP nicht gesehen haben. Er soll noch um Klassen besser sein als der Yellowstone NP. So plaudern wir eine Weile, und während er uns zum Beispiel von einer Briefbekanntschaft erzählt, die in der Gegend um Rostock wohnen muss und die er nächstes Jahr mal besuchen will, springt er schnell mal über den Tresen an der Rezeption, wenn Gäste kommen und er sie schnell mal bedienen muss. Auf Mr. Bush ist er auch nicht so gut zu sprechen und fragt uns nur, ob wir Amerika noch besuchen wollten, bevor dieser Mann Amerika kaputtgemacht hat... Nun ja, nicht alle Amerikaner sind eben echte Bush-Fans, auch das lernt man auf so einer Reise. Dann geht der Tag zu Ende und wir fallen ins Bett.

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Tag 5:
25.9.2003

Strecke:
West Yellowstone
nach Missoula
(338 Meilen)

Wetter:
leicht bewölkt,
später strahlender Sonnenschein

Bundesstaaten:
Montana

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