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Uwe Logemann

Letzte Änderung:
21.02.2020

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Seit: 8.1.2005
 

Blaue Grotte, Tarxien und Vittoriosa

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Auf dem Weg zur Blauen Grotte

Auf dem Weg zur Blauen Grotte

Als wir heute zum Parkplatz an der Blauen Grotte kommen, sehen wir schon, dass es heute anders ist – Busse stehen auf dem Parkplatz, und tatsächlich: Heute haben wir Glück. Also schnappen wir unsere Ausrüstung und laufen hinunter zum Karten-Schalter, den wir ja schon zwei Tage zuvor gefunden hatten und reihen uns dann brav ein. Es dauert auch nicht lange, bis wir in einer dieser kleinen Nussschalen platz nehmen dürfen und wir losschippern. Zunächst geht es ein Stück die Steilküste entlang und dann immer mal wieder kurz in die Höhlen hinein. Leider bleibt nie viel Zeit für Bilder, schnell geht es wieder hinaus und zur nächsten Grotte. Vor und hinter uns in einigem Abstand sieht man die anderen Boote, ebenfalls voll besetzt.

Boote an der Blauen Grotte

Boote an der Blauen Grotte

So dauert das ganz auch nicht wirklich lange, vielleicht 20 Minuten, dann sind wir wieder an Land. Und obwohl wir früh morgens da waren, zu der Zeit, in der das Licht am besten sein soll, fand ich das blaue Wasser nicht blauer als anderswo. Haben wir einen schlechten Tag erwischt? Oder haben wir zuviel erwartet? Nun, jedenfalls war es nicht das, was wir uns erwartet haben.

Weiter geht es nach Ghar Hassan und Ghar Dalem. Zwischen beiden Orten verfahren wir uns ordentlich in Zurrieq – wir wollen quer durch den Ort, bleiben aber immer wieder an Einbahnstraßen und Sackgassen hängen, stecken an für das bald stattfindende Fest gesperrten Straßen fest und finden mit Mühe aber wieder zum großen fahnengeschmückten Kreisel am Ortseingang zurück. Da nehmen wir den längeren Weg außen herum über den Flughafen.

Geschmückte Straßen in Zurrieq

Geschmückte Straßen in Zurrieq

In Ghar Hassan besuchen wir die Höhle, die man über einen Zugang entlang der Steilküste erreicht. Durch die Höhle kommt man 80 Meter über dem Meer zur Front an der Steilküste und kann wie durch ein Fenster auf’s Meer hinaussehen. Die Höhle dazwischen ist allerdings so finster, dass man unbedingt eine ordentliche Taschenlampe braucht. Wer die nicht dabei hat – gegen ein wenig Geld kann man bei Einheimischen, die oben am Parkplatz zu finden sind, eine solche Leihen. Man wird gebeten, sie nicht an andere Touristen weiterzugeben.

Höhle in Ghar Dalam

Höhle in Ghar Dalam

Dann geht es weiter nach Ghar Dalam. Dort befindet sich ein naturkundliches Museum, das u.A. die Knochen von prähistorischen Tieren beherbergt. Auch die Höhle, die von einem ehemaligen unterirdischen Flusslauf gebildet wurde, ist zu besichtigen und zeigt die Schichtung der Ablagerungen und in welcher Schicht man welche Tiere fand.

Danach fahren wir zurück zum Tarxien-Tempel, der noch mitten in dem Konglomerat von Städten rund um Valletta liegt. Es ist einer der ältesten und bedeutendsten Tempel der Insel, allerdings relativ klein. Von dort aus fahren wir weiter nach Vittoriosa, einer der Three Cities gegenüber von Valletta. Auch das ist nicht ganz leicht zu finden aufgrund diverser Baustellen. Man weiß nicht immer genau, welche der drei Städte sich da jetzt nun vor einem erstreckt, aber wir meistern auch das, die mittlerweile erworbene Routine macht’s.

Nachdem wir das Auto abgestellt haben, gehen wir in den Inquisitorenpalast. In ihm findet zu Zeit einen Ausstellung über Folter und deren Instrumente im Europa des Mittelalters bis zum 19. Jahrhundert statt. Nichts für schwache Nerven...

Geschmückte Straßen in Zurrieq

Tarxien

noch Tage später lief mir ein eiskalter Schauder über den Rücken bei dem Gedanken daran, was Menschen anderen antun können. Die Aussstellung findet noch bis zum Juli 2005 statt. Wer leicht Albträume bekommt, sollte diese Ausstellung unbedingt meiden, das Gezeigte in Zusammenhang mit den Beschreibungen, wie diese Instrumente eingesetzt wurden, bleibt nicht ohne nachhaltige Wirkung!

Wir laufen ein wenig am Hafen entlang und durch die Gassen, in denen es sehr ruhig ist – kein Vergleich mit dem Trubel drüben in Valletta. Dafür ist es alles auch ziemlich gepflegt und hübsch, mit Pflanzen vor den Türen und schönen Türen und Verzierungen. Ein schöner Ort zum Innehalten.

Boote an der Blauen Grotte

Tarxien - Magna Mater

An einem Platz finden wir ein kleines Restaurant (ist eigentlich zuviel gesagt), wo wir etwas essen. Während wir da sitzen kommt ein anderer Mann hinzu – um seinen Hals baumelt eine D70, ich erkenne das sofort. Er sieht meine auf dem Tisch liegen und so kommen wir ins Gespräch. Welchen Modus ich nutze (er nutzt wohl ausschließlich die Blendenautomatik), wie ich mit der Datenflut unterwegs zurechtkomme (dank Microdrive kein Problem!), über Zubehör – es ist ein Australier aus der Newcastle. Er erzählt, wie teuer die Compact Flash Karten in Down Under sind und dass seine Frau hier auf einer Konferenz ist – er nutzt die Zeit derweil anderweitig. Jedenfalls sind wir beide mit der Kamera sehr zufrieden...

Stille Gasse in Vittoriosa

Stille Gasse in Vittoriosa

Dann fahren wir zum Schwimmen auf die Delimara- Halbinsel. Ausgesucht haben wir uns den St.Peter’s Pool auf der anderen Seite des nicht zu übersehenden Kraftwerks, dass an der Pretty Bay mit ihrem Sandstrand und Frachthafen liegt. Auf dem Weg dahin lässt man am besten relativ weit oben das Auto stehen – wenn man einen Geländewagen hat, kann man sicher ein wenig weiter fahren, aber das Gelände ist doch sehr holprig. Man gelangt dann zu Fuß hinunter an die Felsküste, die einen nach unten geöffneten Trichter mit Öffnung zum Meer bildet. Viele Einheimische sind hier, das ist sicher ein gutes Zeichen. Wir Schwimmen ein wenig im Wasser und relaxen ein wenig, das Wasser ist jedenfalls wunderbar klar uns abgesehen,

Freedom Monument in Vittoriosa

Freedom Monument in Vittoriosa

von ein wenig Tang und Dreck, der von Wind und Wellen hineingetrieben wird auch sehr sauber.

Recht zeitig machen wir uns auf, denn wir müssen heute noch das Auto abgeben und die Sache  mit dem Unfall gestern klären. Deswegen wollen wir den Schlüssel direkt abgeben und nicht wie angeboten an der Rezeption des Hotels. Aber wir erwischen nur noch den Sohn, der schaut sich das an und meint, wir hätten aufgrund der Vollkasko nichts zu befürchten, aber wir sollten doch am nächsten Morgen gegen 930 Uhr noch mal vorbeikommen, um die Formalitäten mit dem Chef zu erledigen. Kein Problem, machen wir.

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Zusatzinformationen

Angeblich soll man früh morgens so um 10 Uhr an der Blauen Grotte sein - die Lichtstimmung und der Lichteinfall wäre dann am besten. Wir fanden, dass es an anderen Stellen mindestens ebenso blaues Wasser gibt. Wer hin will, sollte unbedingt vorher anrufen, um nicht umsonst raus zu fahren. Die Boote sind nur sehr klein, schon bei kleinen Wellen fahren die Boote dann nicht mehr. Angeblich kann man auch dort baden, d.h. von den Booten aus ins Wasser hüpfen. Bei uns haben sich die Boote aber auch nicht so viel Zeit gelassen - vielleicht, weil tagelang zuvor die Boote nicht fuhren und dann entsprechend mehr Touristen zu erwarten waren.

Wer Ghar Hassan besuchen will, sollte eine Taschenlampe mitbringen. Wer tiefer in die Höhle will und dabei auch zu den “Fenstern” vordringen will, der sollte auch vor glitschigem Boden nicht zurückschrecken. Die Aussicht ist schön.

Ghar Dalam lohnt sich vor allem für Leute, die an alten Knochenfunden interessiert sind. Außerdem kann man die Höhle besuchen, in deren inneren man die verschiedenen Ablagerungsschichten anschaulich gezeigt bekommt. Stalagmiten und Stalaktiten säumen die Höhle.

Tarxien (7.300 Einwohner) ist mit Paola direkt zusammengewachsen. Man kann die Städtchen kaum auseinanderhalten. Auch bis Marsa und Hamrun vor den Toren Vallettas ist es nicht mehr weit. Die Tempelanlage inmitten der Stadt gilt als die größte und besterhaltenste Tempelanlage Maltas. Die älteste Schicht stammt aus der jungsteinzeitlichen Tarxien-Phase (3000-2500 v.Chr.), in der auch die drei gut erhaltenen Megalithbauten entstanden, die man heute bewundern kann. In der rechten Apside findet sich eine Kopie der “Magna Mater” - nur der untere Teil der ursprünglich 3m hohen Kolosalstatue ist erhalten. Das Original steht im Archäologischen Museum in Valletta. Die Figur gilt als älteste Kolossalfigur der Welt. Obwohl sie als “Große Mutter” bezeichnet wird, ist das Geschlecht nicht eindeutig.

Vittoriosa ist ein Refugium der Ruhe auf einer eng besiedelten Insel. Ein idealer Rückzugsort - keine Hektik, Ruhe und Langsamkeit prägen die engen Gassen, in die auch kein Auto vordingen kann. Wer einmal ein paar Stunden abseits der Touristenströme verbringen will, und dabei durch malerische Gässchen schlendern will, sollte einen Besuch in Betracht ziehen.

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Tag 7:
2. September 2004(Donnerstag)

Wetter:
sonnig und heiß

Tages-Tipps:
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