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Die Grenze zwischen Montana und Idaho
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Heute morgen ist der erste Tag, an dem wir kein Frühstück haben. Wir haben halt ein Motel6 ausgewählt, und da gibt’s nun mal kein Continental Breakfast. Eigentlich macht das ja auch nichts,
denn so toll war das hier in Amerika bis jetzt nicht. Und eigentlich hatte ich ja auch immer gelesen, dass man ganz gut auswärts frühstücken gehen kann mit Ham & Eggs und was man sonst so alles
an deftigen Sachen bekommen können soll. Also machen wir uns über’s Frühstück gar keine Gedanken, zumal wir auf dem Weg nach Lolo zum Highway 12, wo der Weg heute eigentlich erst
richtig beginnt, komplett durch Missoula durch müssen. Da wird sich doch was finden...?!? Aber Fehlanzeige. In Lolo biegen wir ein auf den HW 12, an Guy’s Lolo Steak House vorbei, wo wir gestern
das hervorragende Steak verdrückt haben. Eine Tankstelle kommt noch, bevor es auf den Lolo Creek Pass und hinüber nach Idaho geht. Ein kleiner
Laden ist auch dabei, also versuchen wir unser Glück. Ein richtiges Frühstück bekommen wir nicht, aber ein schönes großes Blaubeer-Muffin ($1,50) und für 50 Cent so viel Kaffee wie wir
wollen (Stichwort “free refill”). Das beruhigt den knurrenden Magen für eine Weile.
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Der HW 12 / Nez Perce Trail
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Dann geht es hoch zum Pass. An der höchsten Stelle und der Grenze zu Idaho steht ein Visitor Center, an dem einiges über die Nez Perce, die Indianer der Region, zusammengetragen ist. Wir marschieren
kurz durch und sehen uns etwas um, dann geht es auf 100 einsame Meilen auf dem Lewis and Clark Trail. Kein Dorf, kein Haus. Einhundert Meilen Natur, Bäume und der Lolo Creek. Brücken über den
Fluss, wo auf der anderer Seite zum Teil mehrtägige Trails starten. Wenn man weit ab der so genannten Zivilisation ein paar Tage verbringen will - hier kann man es sicher ganz hervorragend.
Später wird das Tal den etwas weiter und auch weniger “scenic” wie die Amerikaner sagen. Die Landschaft wird langsam karg, ein Vorgeschmack darauf, was später noch folgen sollte. Kurz vor
Lewiston (benannt nach einem der beiden amerikanischen Pioniere Lewis und Clark, die in der Geschichte Amerikas eine eminent wichtige Rolle spielen) besuchen wir das von dem National
Park Service (NPS) betriebene Nez Perce Visitor Center und sehen einen Film über die Geschichte der Indianer, deren Name französischen Ursprungs ist und die sich selbst Nee Me Poo nennen.
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Der Lewis and Clark Scenic Highway
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Viel Land haben die Nez Perce verloren seit sie 1805 mit der Lewis und Clark Expedition zusammenstießen, nur ein relativ kleines Reservat ist ihnen geblieben, und das wohl auch nur auf dem
Boden, den die Weißen nicht brauchen konnten. Den Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man das Land des Reservats vergleicht mit den angestammten Gebieten z.B. am Lolo Pass, die sicher ganz andere Lebensbedingungen geboten
haben wie das karge Land um Lewiston herum. Die Gegend um Lewiston empfinde ich wie in den Klischees vom “tiefsten amerikanischen Westen”. Weite trockene Regionen, alles braun und scheinbar endlos.
Von Lewiston kommen wir über die Brücke am Snake River nach Clarkston, der Schwesterstadt. Mitten auf der Brücke überquert man die Grenze nach Washington, dem dritten US-Bundesstaat am
heutigen Tag. Missoula lag noch in Montana, dann am Lolo Pass hinüber nach Idaho, jetzt Washington, wo der weite und trockene Westen erst anfängt.
Unendlich lang ziehen sich goldbraune Hügel, die einen starken Kontrast zum stahlblauen Himmel bilden, und überall hat man das Gefühl mitten im Nirgendwo zu sein.
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Am Ende des Lewis and Clark Scenic Highway
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In Pasco tauchen dann quasi aus dem Nichts Apfelplantagen auf. Mitten in dieser Einöde stehen riesige Plantagen, die wohl mit dem Wasser des Columbia River bewässert werden. Nach europäischen Maßstäben eine
gigantische Wasserverschwendung, aber überall riecht es süß nach reifem Obst. Nicht nur Äpfel, auch andere Früchte wachsen hier. Je näher man nach Yakima kommt, desto mehr Wein wird auch angebaut. Auch wenn
es hier keine Weinbautradition gibt, die Idee des Weinanbaus also recht jung ist, so sollen doch für amerikanische Verhältnisse gute Weine aus der Region kommen.
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Blick auf Lewiston und Clarkston
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Trotzdem sind die letzten Meilen nach Yakima nicht besonders spannend. Erst gegen Ende wird es wieder interessant, als wir fern am Horizont einen Blick auf den Mount Rainier erhaschen können und
damit einen Vorgeschmack auf den nächsten Tag bekommen. In Yakima begeben wir uns dann wieder auf Motel-Suche. Beim Best Western blitzen wir wieder ab - alles voll, obwohl wir noch gar nicht so
spät sind. Na gut, es gibt ja noch andere.
Ein Motel8 laufen wir als nächstes an. Die Hotels sind etwas einfacher als z.B. ein Motel6, aber was soll’s, wäre ja nur für eine Nacht. Der etwas schmierige Typ mit dicker Hornbrille erklärt uns,
dass er für’s gesamte Wochenende ausgebucht sei (es ist Freitag). Aber er könne ja mal rumtelefonieren für uns - es sei Messe dieses Wochenende und da gingen die Zimmer gerade weg
wie warme Semmeln. Na gut, schaden kann es ja nicht. Er telefoniert einen Moment und scheint etwas zu haben. Er gibt mir die Nummer und erklärt mir, ich könne das Telefon in der
Eingangshalle verwenden um die Reservierung zu machen. Aber irgendwie kommt es uns komisch vor.
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Karges Land zwischen Lewiston und Pasco
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Er erzählt was von “Tourist Hotel” und erklärt mir auf Nachfrage den Weg - das ist aber so kompliziert, dass ich mir das nie merken geschweige denn finden könnte. Und eigentlich wollten wir
etwas zentraleres haben, wo man am Abend nicht schon wieder fahren muss. Also schnappen wir uns für den Notfall den Zettel mit der Telefonnummer und schleichen uns während einer kurzen Unaufmerksamkeit seinerseits aus
der Tür. Ein Quality Inn liegt in Sichtweite, das probieren wir als nächstes. Und siehe da - alles kein Problem. Ein Raucherzimmer hätten wir nicht mehr bekommen, aber wer will das schon? Nichtraucherzimmer
sind noch genügend da, Continental Breakfast wieder drin, der Preis ist okay und man hätte selbst WiFi. Für alle, die jetzt eher an Bi-Fi denken: Nein, das hat damit nichts zu tun. WiFi steht für “Wireless Fidelity”.
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Zwischen Pasco und Yakima
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Eigentlich ein Blödsinnsbegriff irgend so eines Marketing-Strategen. WiFi bedeutet eigentlich nichts anderes als WLAN und ganz konkret: Internet-WLAN-Anschluß im Motel. Nutzen tun wir das nicht,
obwohl ich das Notebook dabei habe, denn ich habe keine WLAN-Karte drin. Erst später in Seattle in einem Café werde ich merken, dass man oft vor Ort eine Karte leihen kann. Abends fahren wir uns bei einem Mexikaner
riesige Enchiladas mit viel Käse ein - zuhause müsste ich sowas umgehend abtrainieren!
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