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Elks am Madison River
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Um sieben Uhr stehen wir auf und gehen zum Frühstück - das wird auch an den anderen Tagen so bleiben. Die Waffeln gibt es hier zum Toasten, außerdem gibt es Toastbrot, Orangensaft, Danish, Muffins - sogar
der Kaffee ist für amerikanische Verhältnisse gut, auch wenn alles wieder auf Einweggeschirr basiert und man nachher einfach alles wegwirft. Neben Marmelade/Gele gibt es auch Erdnussbutter - echt amerikanisch.
Nun steht die erste Entscheidung des Tages an: Nord- oder Südschleife? Nicht zuletzt, weil die Nordschleife an sich kürzer und mit weniger Sehenswürdigkeiten
ausgestattet ist, wollen wir erst diese in Angriff nehmen und so Erfahrung sammeln, damit wir dann am nächsten Tag die längere Tour besser einschätzen können.
Wir fahren von West Yellowstone also erst einmal in den Park hinein und dann in Richtung Madison Junction. Wir kommen nicht weit: Am Madison River leuchten vor uns die ersten Bremsleuchten auf. Ein
Blick rechts, ein Blick links. Yep: Wildlife ahead! Also erstmal rechts ranfahren und aussteigen. Eine Elk-Kuh und ihr Junges im Madison River. Sehr fotogen, leider ist es noch ein wenig dunkel und die Viecher
bewegen sich ja auch. Die ersten Bilder werden deshalb auch ein wenig unscharf. Egal, wir sollten noch mehrere dieser Exemplare sehen.
Für Mitteleuropäer ist es schon erstaunlich, wie nah einem diese wirklich wilden Tiere heranlassen. In Europa hätten die - außer vielleicht in Wildgehegen -
längst das Weite gesucht. Aber hier laufen die Tiere frei herum - ohne Zaun dazwischen, auf den Straßen und wo es ihnen sonst gerade so passt. Vielleicht liegt das daran, dass der Mensch sie hier nicht jagt?
Zwei Ecken weiter ein ähnliches Bild: Ein paar Tiere im Unterholz, ein andere Elk überquert gerade den Madison River - alles bremst, steigt aus, packt die Feldstecher und Kameras aus.
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Am Madison River
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Und was für Geschütze hier überall aufgefahren werden... sind das alles Profis? Das kostet doch Unsummen! Da sind Rohre dabei, von denen man nicht so genau weiß, ob die - in Euro ausgedrückt - 4 oder 5-stellige
Preisschilder dranhängen haben, von den Kameras mal ganz abgesehen. Da kommt man sich mit seiner kleinen schnuckligen CP 5700 ganz klein und verloren vor...
An der Madison Junction wollen wir noch schnell ins Visitor Center, das wir aber eigentlich gar nicht finden. Nur einen (geschlossenen) Buchladen,
mehr nicht. Egal, die Aussicht von dort ist auch hübsch. Dann begeben wir uns in Richtung Northloop
(wobei: um genau zu sein, ist man bis Norris noch auf dem Southloop), wo wir auch bald auf die ersten heißen Quellen stoßen. Danach kommen bald am Gibbon River auf der rechten Seite die Gibbon Falls, bevor wir den ersten
schönen Hot Spring sehen - den Beryl Spring, der so heißt, weil der Dampf bei bei entsprechender Beleuchtung die passende Farbe hat. Wir merken schnell, das es an solchen Quellen meist riecht wie
im Vorhof der Hölle - Schwefel überall, zum Teil wirklich extrem intensiv.
Weiter geht es zum Norris Geyser Basin. Der erste Geysir, der uns dort begegnet, ist auch gleich der höchste der Welt - wenn er denn mal alle paar Jahre seine volle Pracht zeigt. Wir wollen darauf aber
nicht warten, auch wenn die bis zu 120 Meter des Steamboat Geyser sicher absolut beeindruckend sind. Zum Vergleich: Bei Old Faithful hört der Spaß bei maximal 56 Metern auf. Aber auch so ist das
Schauspiel für jemanden, der noch nie vor einem Geysir stand, recht beeindruckend - so wie es da zischt und dampft, und alle paar Minuten ein kleiner Miniausbruch. Mal mehr Dampf, dann ein wenig höher mit mehr Wasser.
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Steamboat Geyser
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Leider sind einige Trails im Norris Geyser Basin geschlossen, besonders der südliche Teil südlich des Back Basin und südwestlich des Echinus Geysirs ist geschlossen. Dafür kann man sich im Porcelain
Basin satt sehen. Eine wahre Mondlandschaft tut sich hier auf. Helle Kontraste auf der hellgrauen Caldera mit einigen farbigen Punkten aus blauen, klaren Hot Springs mit Bakterienkränzen und
Schwefelablagerungen auf der einen Seite und dem tiefblauen Himmel auf der anderen Seite geben fantastische Fotomotive her. Ein paar der Tümpel sind auch eher milchig und manche blubbern vor
sich hin. An anderer Stelle sind Bäume mit dem heißen, angereicherten Wasser in Berührung gekommen - nun sind sie abgestorben und nur noch ihre kahlen Äste und Stämme stehen in der Landschaft.
Nach einem kurzen Rundgang durch’s Museum geht es weiter. Auf dem Weg zum Obsidian Cliff stoppen plötzlich wieder Autos vor uns. Wir können
eigentlich nichts sehen, steigen aber dennoch aus. Matthias meint, in der Ferne könnten tatsächlich Büffel im tiefen Gras liegen.
Mit ein wenig angestrengtem Suchen kann man neben den dunklen Tupfen hin und wieder etwas wie einen umherfliegenden Schwanz sehen - ja das könnten welche sein. Sind es auch, wie wir am Abend
auf den durch’s Tele geschossenen Bildern sehen. Das Obsidian Cliff an sich ist nicht so spektakulär - eine Menge weißer Ablagerungen, sonst nichts. Spektakulär wird es aber kurz später: Büffel - und das direkt an der
Straße. Es parken schon andere Autos am Straßenrand, wir sind erst nicht ganz so mutig und halten ein paar Meter weiter, von wo aus wir die Bilder schießen - eigentlich soll man sich den
Tieren auf nicht weniger als 100 Meter nähern. Heute halten wir uns noch dran und lassen das Tele die Arbeit verrichten. Kurze Zeit
später sichten wir erneut Büffel. Auch das ist noch nicht die richtig große Herde, die Matthias eigentlich noch auf dem Wunschzettel hat, aber auch diese Tiere sind wieder ganz schön nah -
erheblich näher als 100 Meter. Und da hat man schon ein wenig ein flaues Gefühl im Magen, immerhin können diese Tiere auch anders als so friedlich fressend neben der Straße zu stehen.
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Schlammloch am Norris Geyser Basin
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Wir kommen zu den Mammoth Hot Springs, die viele von Bildern im Fernsehen und von USA Bildbänden kennen. Wir drehen erst die Runde über den Upper Terrace Drive und schauen von oben auf die zum Teil
farbigen Terrassen. Es ist nicht mehr so viel Wasser wie früher dort, so dass die Farbtupfer auf den weißen Ablagerungen weniger sind. Aber das ändert sich wohl hier ständig. Die kleinen Broschüren, die man hier an
den Sehenswürdigkeiten für 50 Cent kaufen kann und die wir uns auch mitnehmen beschreiben auch, wann welche Terrasse oder Quelle wann Wasser geführt hat. Die Wasserläufe ändern sich scheinbar
unvorhersehbar bzw. auch durch Erdbeben. Dann fahren wir weiter auf dem Upper Terrace Drive und bestaunen den Orange Spring Mound. Die mineralischen Ablagerungen haben hier einen
kleinen Hügel geformt. Das Orange und Rot schimmert zwischen dem Weiß, und das Wasser, das von oben über die Formation rinnt, glitzert in der hellen Sonne.
Ein tolles Motiv... Wir komplettieren die Runde und stiefeln dann noch von unten in Richtung Main Terrace, die aber zur Zeit trocken liegt, bevor wir runter in Richtung Visitor Center fahren. Dort schauen
wir auch noch bei einem Fast Food Restaurant vorbei. Die Attraktion ist aber eine Herde Elks, die mitten zwischen den Autos umher spaziert, auf den Grünflächen äßt und sich durch nichts und niemanden aus der
Ruhe bringen lässt - nur eine Rangerin passt auf, dass der Herde nicht zu viele Touristen zu nahe kommen.
Weiter geht die Fahrt in Richtung Tower-Roosevelt. Zwischendurch nehmen wir den Blacktail Plateau-Drive, der ein wenig abseits der Hauptstraße durchs Gelände führt. Eine böse
Schotterpiste, eine Tortur für die Reifen, wenn man nicht mit einem Off-Roader oder einem SUV unterwegs ist.
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Orange Spring Mound
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Es hat sich auch ein wenig eingetrübt, und so wirkt es nicht besonders spektakulär - aber schön ist es dennoch. Kurz später biegen wir zu einem versteinerten Baum, dem Petrified Tree, ab. Er ist Zeuge eines viel
wärmeren Klimas in der Region in einer lange zurückliegenden Zeit. Es ist einer der Redwood-Bäume, wie man sie heute wohl nur noch an der Westküste findet. Er wurde bei einem
Vulkanausbruch verschüttet und so versteinert. Von Tower Roosevelt aus beginnt das letzte Stück auf dem Nordloop - bis zum Dunraven Pass werden wir nicht kommen, die Straße ist irgendwo zwischen
dem Tower Fall und dem Dunraven Pass wegen Straßenbauarbeiten gesperrt - wir werden also fast den gesamten Nordloop wieder zurückfahren müssen. Ursprünglich wollten wir über Canyon
Village und die Verbindung nach Norris zurück, aber da kommen wir ja jetzt nicht hin. Das hätte uns auch den Südloop am nächsten Tag etwas verkürzt, weil wir diese Strecke dann hätten durchfahren
können. So wird das also nichts. Wir sehen uns den Tower Fall an, dann kommen wir noch bis zur Straße zum Mount Washburn. Wir fahren so weit
es geht hoch, vielleicht auf etwas mehr als 2700 Meter, aber die letzten paar Meilen muss man zum höchsten Punkt auf 3122 Meter laufen - das machen wir dann doch nicht. So viel Zeit haben wir nicht.
Wir treffen oben auf einen Ranger, der hier einen guten Blick über den Park hat und auf Nachfrage eines anderen Touristen auch das in der Ferne zu sehende Feuer einschätzt: Es liegt wohl außerhalb des Parks und ist keine
Bedrohung.
Dann fahren wir zurück. Abends, kurz vor der Dämmerung kurz vor Ende der Tour treffen wir an einer Lichtung dann auf eine recht große Bison-Herde (ca. 23 Tiere), die sich diese Wiese
teilen mit einigen Elks, mindesten zwei stattliche Elks mit großen Geweihen sind auch darunter. Ganze Heerscharen von Touristen, alle bewaffnet mit Kameras, bestaunen
die Kulisse. So kurz vor der Dämmerung kommen die ganzen Tiere aus dem Wald, das haben wir mittlerweile begriffen. Und so kommen auch die Motiv-Jäger mit ihren zum Teil gigantischen Objektiven.
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