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Der Mormonentempel
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Viertel vor sieben stehen wir auf - eine normale Nacht also. Keine Umstellungsprobleme beim Schlafen. Aber beim Frühstück. Ich lerne schnell, dass das "Continental Breakfast" genau so ist, wie
man es immer beschrieben bekommt: Der Kaffee ist dünn (wirklich sehr dünn!) und man isst von Styropor-Tellern mit Plastikbesteck und trinkt aus Styropor-Bechern. Wir backen uns Waffeln in den
Waffeleisen und kippen Ahorn-Sirup drüber (da steht noch was anderes, aber das sieht komisch rot aus und eine Amerikanerin erklärt einer anderen Touristin, dass sie lieber den Ahorn-Sirup nehmen
soll). Außerdem gibt es Danish ("Stückchen"), Donuts, Muffins (die sind gut) und Oatmeal (Haferflocken, die sehen aber echt eklig aus). Dazu noch guten Orangensaft (auch wenn er überall aus
Konzentrat ist, schmeckt er oft wie frisch gepresst). So oder ähnlich ist es überall. Immerhin gibt es jetzt sehr oft Continental Breakfast im Preis mit
drin. Auch Cornflakes und andere Cerials findet man oft zusammen mit Milch. Aber nichts für Wurst- und Käse-Fetischisten. Da muss man sich umgewöhnen...
Nach dem Frühstück machen wir uns zu Fuß auf zum Temple Square. Der junge Mann hinter der Rezeption des Hotels meint zwar, vielen seien die etwa 20 Minuten zu Fuß zu weit, aber wir wollen dabei gleich noch ein wenig von
der Stadt sehen. Die Straßen sind amerikanisch breit, und man sieht gleich, dass Europa und Amerika schon zwei verschiedene Welten sind. Platz ist hier kein Luxus. Am Temple Square angekommen, sehen wir uns gleich den
Mormonen-Tempel an. Am Tabernacle geraten wir dann in die Fänge der Mormonen. Es ist noch zu, und wir suchen die Öffnungszeiten. Die Italiener neben uns werden schon von den jungen, weiblichen
Missionarinnen angesprochen, ob sie nicht Lust hätten, eine Führung mitzumachen. So geht es uns dann auch. Aber wieso auch nicht? Die eine unserer Mädels kommt aus Mexiko, die andere
aus Kenia. Sie zeigen sich auch interessiert an den Leuten und so komme ich im Laufe der Runde mit beiden ein wenig ins Gespräch. Nicht wirklich tiefschürfend, aber immerhin über dies
und das, und ob wir Foto-Profis wären. Sie jedenfalls könne sich eine solche Kamera nicht leisten. Nein, wir sind keine Profis, aber auch bei uns hat der Kauf der Nikon Coolpix 5700 ein
üppiges Loch in der Kasse hinterlassen (was ich aber bis zum heutigen Tag nicht bereut habe!).
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Das Capitol in Salt Lake City
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Nach dem Rundgang, nachdem man ein Video zur Mormonen-Bewegung gezeigt bekommt und noch ein paar Dinge, für die wir irgendwie nicht das richtige Verständnis aufbringen können, machen
wir uns auf zum Capitol. Dennoch hat sich die Sache gelohnt, denn so kamen wir ins Tabernacle rein und haben noch einiges über die Gebäude, wie z.B. den Mormonentempel selbst, erfahren. Dann ist es aber auch genug.
Das Capitol sieht aus wie das in Washington. Sehr schick, schöne gepflegte Parkanlage mit erstklassigem Blick über die Stadt bis zu den Bergen rundherum. Bei gutem Wetter auf alle Fälle hingehen!
Dann müssen wir aber zurück, denn bis um 11 Uhr müssen wir das Zimmer räumen. Und das wird richtig eng. Fünf Minuten vor 11 sind wir da, aber
unsere Keycard funktioniert schon nicht mehr! Also erst mal zur Rezeption, wo die Karte schmunzelnd freigeschaltet wird. Wir checken aus und ich kann den Fahrer des Shuttles gerade
noch überreden, den Moment zu warten und uns zum Flughafen mitzunehmen. Dort wollen wir bei Alamo unser zuhause gebuchtes Auto abholen.
Das geht auch prima. Die Typen dort sind sehr lustig, der eine macht dauert irgendwelche Witzchen ("...just kidding...") Und fährt total auf das Oktoberfest ab. Na ja, ein paar Worte hier und
da, dann haben wir den Wagen. Einwegmiete und Gebühren für den zweiten Fahrer, lokale Tax und Airport-Tax - das alles haut dann noch mal richtig rein: 377 Dollar. Wow... war aber nicht
überraschend, bis auf die Airport-Tax, die war mir nicht bewusst, ist aber wohl so. Auch das Autos in Amiland nicht unbedingt ein Nummernschild vorne haben. Immerhin: Unser Chevy Malibu Classic mit
dem Kennzeichen "117 RCW" ist einigermaßen neu (etwas mehr als 9000 Meilen gefahren) und hat quasi alles: Viel Platz im Kofferraum, Automatik (na klar, was sonst), elektrische Fensterheber,
automatisches Licht, Klimaanlage, und: Cruise Control. Yeah! Autofahren ohne Füße: Einfach Geschwindigkeit festsetzen und gut ist's. Schneller/Langsamer geht auch per Tastendruck. Na, das ist doch was. Das kommt einem auf
amerikanischen Straßen wirklich zugute. Hier wäre das aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf Landstraßen oder Autobahnen nicht so von Nutzen wie dort, wo man oft
viele Meilen mit dem gleichen Abstand zum Vordermann fährt.
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Der Salzsee
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Zu Antilope Island auf dem Salzsee fahren wir dann doch nicht ganz hin: Da, wo der Salzsee beginnt und die Straße gebührenpflichtig wird, halten wir an und machen Bilder vom Salzsee, der der Stadt den Namen gegeben
hat. Für mehr reicht die Zeit nicht, denn wir wollen ja nach Möglichkeit noch bei Tageslicht im Grand Teton NP ankommen, und das sind noch ein paar Meilen. Wir sind zwar frühzeitig losgekommen, aber schon jetzt nicht
mehr 100%ig im Zeitplan. Weiter nach Idaho Falls und dann in Richtung Jackson. Unterwegs haben wir einen Fahrerwechsel gemacht, so dass Matthias jetzt Bilder vom Indian Summer im Norden
Utahs machen kann. So rot wie dort werden wir den Indian Summer erstaunlicherweise nicht mehr sehen. Ob das am warmen, trockenen Sommer liegt?
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Der Grand Teton National Park
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Am Jenny Lake ist die Dämmerung leider schon ziemlich fortgeschritten. Trotzdem machen wir dort die ersten Erfahrungen mit dem Wildlife in Nationalparks. Ich wunderte mich schon, dass so viele Leute in der
Dämmerung in den kostenpflichtigen Park hineinfahren: Aber bald ist klar: Wo Leute auf freier Strecke bremsen sind Tiere unterwegs. Zum Beispiel die Elks (nein, keine Elche im europäischen Sinn, es sind Wapiti-Hirsche).
Dann verlassen wir im Dunklen den Grand Teton - schade, wir hätten ihn gerne im Hellen gesehen, aber wir waren zu langsam. Da
wir das Risiko aber vorher kannten, war das nicht wirklich schlimm. Nun ging es hinein in den berühmtesten alle Nationalparks - den Yellowstone. Und was soll ich sagen: Tiere überall. Die
Warnung vor Tieren in der Dämmerung und nachts ist absolut berechtigt! Ein riesiger Moose (ein Elch im uns vertrauten Sinne) am Straßenrand, bald darauf Kojoten und Elks, die über die
Straße traben oder rechts und links der Straße darauf warten, dass die blöden Touris mit ihren doofen Autos endlich weg sind, damit sie über die Straße kommen.
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Dämmerung im Grand Teton National Park
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Und alles ist stockfinster. Wir denken, dass wir durch tiefsten Wald fahren, aber wir sollten am nächsten Tag eines besseren belehrt werden. So tief und dunkel ist der Wald nämlich gar nicht. Aber es gibt
halt kein Streulicht.
Ich bin todmüde, als wir gegen 22:15 Uhr in West Yellowstone in unserer Yellowstone Lodge ankommen. Ein sehr großes Hotel, aber schöne Zimmer. Schnell gehen wir noch um die Ecke und vertilgen im lokalen
McDonald's einen Big Mac, bevor der um 23 Uhr schließt.
[ Weiter zu Tag 3 >> ]
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