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Unsere DC-10 in Detroit
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Um viertel vor sechs an diesem Morgen ist die Nacht rum. Wir müssen aufstehen. Aber nicht nur uns trifft es so hart - Tony ist noch vor uns auf den Beinen, denn er muss heute morgen auch zum Flughafen. Wir
Frühstücken noch schnell was, dann geht es los. In der Dunkelheit verfahren wir uns noch mal kurz, aber unser Puffer ist groß - kein Anlass zur Sorge.
Beim Check-Out für den Wagen dann die nächste Überraschung - der Wagen ist nicht im mobilen Handgerät der Dame von Alamo. Wir
müssen mit den Papieren runter an den Schalter. Sie sieht im Computer nach, wundert sich ein wenig und nennt uns dann eine viel zu hohe Meilenzahl, die wir laut ihren Unterlagen gefahren
sein sollten (ich glaube, sie meinte etwas von 9000 Meilen, was aber in 16 Tagen gar nicht zu schaffen wäre...). Da hatte wohl jemand vergessen, den richtigen Tachostand einzugeben. Uns
ist das aber egal, den wir haben eh’ unbegrenzte Meilen, und so wäre es uns auch egal, wenn wir tatsächlich so viel gefahren wären. In der Tat waren es aber “nur” 3253 Meilen (das sind
5234 Kilometer). Und das in 15 Tagen, von denen man noch zwei abziehen muss, an denen wir gar nicht gefahren sind und den heutigen Tag, an dem wir nur 23 Meilen gefahren sind. Im
Prinzip haben wir das also an 12 Tagen heruntergerissen, was ich sonst zu Hause in vier Monaten fahre...
Der Check-In gelingt schnell, allerdings hat der Typ am Schalter uns für den Flug über den Atlantik keine Gangplätze gegeben - wir hatten leider zu Hause im Reisebüro schon keine
solchen Plätze bekommen können, und auch hier klappt es nicht. Entweder hat er es vergessen, oder es waren zu diesem Zeitpunkt schon keine mehr da... Ich versuche es zwar später am Gate
noch mal, aber da ist die eindeutige Aussage: “Sorry, keine Plätze am Gang mehr frei.” Tja, das wird dann hart...
Auch hier durchlaufen wir wieder einige Sicherheitschecks, aber wir wissen ja schon, was da so kommen kann. Auch hier müssen wir wieder die Schuhe ausziehen. Alle Sachen auf’s Band... Ich bin
schon durch, als jemand hinter dem Durchleuchtungsgerät fragt, wem das Notebook sei. Es ist natürlich mir, und da niemand vorher sagte, dass man sowas auspacken soll, hatte ich es im
Rucksack gelassen. Bei der Durchleuchtung sieht man es ja sowieso, und wenn sie es dann prüfen wollen, können sie es ja immer noch sagen. Ich hätte es aber besser ausgepackt: Ein freundlicher
Sicherheitsbeamter sieht sich den Rucksack an, holt das Notebook heraus, und bittet mich mit allen meinen Sachen zur Seite. Dort entdeckt er noch die Digitalkamera und meinen Minidisk-Player. Alles
wird einzeln mit Tüchern abgewischt und in einen Detektor gehalten, der wohl nach Sprengstoff sucht. Er entschuldigt sich, dass er das jetzt alles einzeln machen müsse und bedankt sich für meine Geduld.
Nebenbei fragt er, ob wir wegen der Frauen-Fußball-WM hier seien. Nein, sind wir nicht, aber gestern hatten die deutschen Mädels die Amerikanerinnen mit 3:0 abgefertigt - ausgerechnet
hier in Portland. Das Ergebnis kannten wir mittlerweile, aber dass sie in Portland gespielt hatten, war mir selbst zu diesem Zeitpunkt unbekannt.
Nun ja, danach schleppt er meine Sachen wieder zum Durchleuchtungsgerät und lässt alles noch mal checken. Wieso eigentlich? Lief doch alles schon mal durch... Ach ja: Das Handy hatte er
nicht gecheckt. Vielleicht ein Geheimtipp für alle Hobby-Terroristen...?
Dann sitzen wir irgendwann im Flieger nach Detroit. Dort steigen wir um in die DC-10, die uns dann über den Atlantik bringen wird. Glücklicherweise bekommen wir hier unser Gepäck nicht,
das wird gleich umgeladen. So verbringen wir die Umsteigezeit dann noch bei einem letzten Burger auf amerikanischen Boden. Dann geht es wieder schnell: Obwohl es noch ewig lang zum
Start hin ist, ist völlig unerwartet schon Boarding.
Eine Kuriosität gab es hier noch: Wie üblich haben viele Passagiere viel zu große Trolleys mit an Bord, die kaum in die Luken über den Sitzen passen. Erstens ist kaum noch Platz, und dann sind
manche Sachen doch sperrig. Die Stewardess (alle Flugbegleiter bei Northwest scheinen übrigens in gesetzterem Alter zu sein...) stieg mit einem Passagier zusammen auf die Sitze und
quetschte einen dieser Trolleys nach minutenlangem Kampf in eine der Klappen. Als die Klappe dann endlich hält, meint sie auf englisch, sie bäte um Aufmerksamkeit und hätte noch eine
Ankündigung: Wer auch immer die Klappe auf dem Flug öffnen würde, den würde sie eigenhändig dort oben unterbringen - lautes Gelächter allenthalben.
Ab nach Hause. Der Flieger bringt uns zurück über den großen Teich, wo wir vor Plan gegen 7 Uhr morgens landen. Es ist kalt und ungemütlich in Deutschland, und vom Touchdown bis nach
Hause hat es geschlagene zwei Stunden gedauert, obwohl man eigentlich kurz vor dem Aufsetzen schon Griesheim sieht, den Stadtteil Frankfurts, in dem ich wohne. Ach ja, und
nächstes Mal gönne ich mir wieder ein Taxi nach Hause...
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PS: Hat Euch der Reisebericht gefallen? Vielleicht habt Ihr dann ja Lust, eine Nachricht im Gästebuch zu hinterlassen.
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