|
|
 |
|
|
 |
 |
 |
|
 |
Beim Einlaufen in den Hafen von Mgarr auf Gozo
|
|
|
Das Wetter ist morgens wieder gut – bevor wir aufbrechen machen wir erst mal ein paar Panorama-Bilder von der Bucht von der Sonnenterrasse aus, von der man einen guten Überblick über das nördliche Sliema und St. Juliens hat.
Da wir von gestern bezüglich der Blauen Grotte vorgewarnt sind erkundigen wir uns an der Rezeption – die gute Frau meint aber, es gäbe gar keine zentrale Nummer an der Blauen
Grotte, die man anrufen könnte, ob die Boote den fahren. Wir hatten zwar gestern dort eine Nummer gesehen, sie uns aber leider nicht notiert. Na gut, sie garantiert uns, dass bei diesem guten Wetter die Boote fahren – sie
|
Blick auf Xewkija und die große Kuppelkirche
|
|
|
ist sich ganz sicher. Ihr Wort in den Gehörgängen der Fischer… und so kommt es, dass wir dort ankommen, und der Parkplatz wieder ganz leer ist. Ein schlechtes Zeichen! Wieder Pech – der verkappte Parkplatzwächter von
gestern erkennt uns sofort. Wir plaudern ein wenig und er gibt uns eine Telefonnummer für den nächsten Tag. Ob wir die dann nutzen werden wissen wir noch nicht, denn das wäre sowieso die letzte Chance, da kann man dann
auch gleich auf gut Glück hinfahren. So jedenfalls disponieren wir blitzschnell um – dann fahren wir halt heute nach Gozo. Wir entscheiden uns direkt zu fahren und nicht über Valletta und dann die Küstenstraße hoch.
 |
Die Kathedrale in Victoria
|
|
|
Wir wollen es quer über die Insel probieren um ein wenig Zeit zu sparen, wir haben schließlich schon mit dem erfolglosen Abstecher an die Blaue Grotte Zeit verloren. Eigentlich klappt das auch sehr gut, trotz
zahlreicher Baustellen und Umleitungen – erstaunlich, langsam scheinen wir mit den fehlenden Straßenschildern und ungewohnten Kartenmaßstäben zurecht zu kommen, wir verfahren uns nur ein einziges Mal.
Als wir um 11 Uhr an der Gozo-Fähre in Cirkewwa ankommen herrscht sehr viel Verkehr. Uns wird schnell klar, dass wir die Fähre, die dort steht, nicht bekommen werden – zu viele Autos vor uns.
|
Im Inneren der Kathedrale in Victoria
|
|
|
Wir müssen also eine Dreiviertelstunde bis zur nächsten Fähre warten. Wir kaufen schon mal die Tickets für die Rückreise (nur die kostet Geld, seltsame Sache, trotzdem kann man die Tickets schon
kaufen) und stopfen dann erst mal ein Chicken & Mushroom Roll (eine diese maltesischen Spezialitäten: Eine Art Blätterteig mit Hühnchen und Pilzen gefüllt) in uns rein. Der Verkaufswagen steht praktischerweise
direkt neben der Autoschlange.
 |
Die Zitadelle in Victoria
|
|
|
Die Fähre bringt uns vorbei an Comino und der Blauen Lagune hinüber nach Mgarr. Auf Gozo soll insbesondere das Autofahren völlig anders sein als auf Malta, und auch sonst soll Gozo, das als die grüne
Insel neben Malta beschrieben wird, in vielen Dingen ziemlich anders sein – wir sind gespannt. Auf dem Weg nach Xewkija, unserer ersten Station, entdecken wir auch das erste, was anders ist: Die Busse sind hier grau
mit dunkelrot – auf Malta sind sie gelb mit orange.
In Xewkija bestaunen wir die imposante Kirche, in die wir leider nicht hineinkommen. Ihr alter sieht man ihr nicht an – sie wurde zwischen 1951 und 1973 erbaut. Wie auch
sonst kann man als Laie nicht erkennen, wie alt eine solche Kirche wirklich ist. Weder vom Stil noch von der Farbe lässt sich das wirklich ablesen. Allerdings ist die
alte Pfarrkirche von 1665 in den Bau integriert. Die mächtige Kuppel ist 75m hoch und hat einen Umfang von 86 Meter. Sie ist damit eine der größten Kuppelkirchen in Europa, und das in einem
solchen Dorf von gerade einmal 3.100 Einwohnern! Dann fahren wir weiter in südliche Richtung und erreichen auf staubigen Straßen und nach einigen Irrungen zu einem Aussichtspunkt bei Mgarr-ix-Xini
– zumindest scheint es das so zu sein.
|
Das Azure Window in der Dwejra Bay
|
|
|
Die Straßen enden irgendwo. Man hat einen ganz netten Blick hinüber nach Comino und Malta. Wir fahren zurück in Xewkija, biegen dann aber ab und fahren über Sannat weiter bis Ta’Cenc
. Das nächste Ziel ist die Hauptstadt Victoria, benannt nach der englischen Königin Victoria – bis 1887 hieß diese Stadt noch Rabat. Anziehungspunkt ist schon aus der Ferne die alte Zitadelle,
die etwas erhöht steht und durch wehrhafte Mauern geschützt ist. Wir irren erst ein wenig in der kleinen Stadt umher, bevor wir unser Auto auf einem kleinen Platz in der prallen
Sonne stehen lassen und pi-mal-Daumen die Zitadelle suchen. Über den Main Square laufen wir den Castle Hill hinauf und in die Zitadelle hinein. Wir laufen die Straßen und auf der Mauer
entlang, von wo aus man einen schönen Blick über die Insel hat.
 |
Der Fungus Rock an der Steilküste der Dwejra Bay
|
|
|
Nachdem wir den Rundgang beendet haben, laufen wir zurück zum Auto und fahren hinüber zur Dwejra Bay mit dem Fungus Rock, dessen früher streng gehütete Pilze als Arzenei genutzt wurden (deren
Wirksamkeit heute widerlegt ist), und dem Azure Window. Letztere Felsformation hat seinen Namen nach dem azurblauen Wasser, das durch den Bogen hindurchscheint, die der Fels hier formt: Zwei Felssäulen
bedeckt von einer 100m langen und 20 Meter dicken Felsplatte bilden ein 30-40m breites Fenster. Sehr imposant, dazu das tolle Wetter, einige kleine Echsen verstecken sich vor unseren Objektiven
in den wenigen Büschen und umso mehr Spalten, als wir die Felsen erklimmen. Unten im Wasser tummeln sich Schwimmer und Taucher, die das klare, azurblaue Wasser genießen. Man kann in
einem kleinen natürlichen Pool mitten im Wasser schwimmen und entlang der Felsen zu einer kleinen Höhle waten, Fische umspielen dabei die Beine. Sehr weit trauen wir uns aber mit den
Kameras nicht – zu große die Gefahr auszurutschen.
|
Die Tempelanlage Ggantija
|
|
|
Dann fällt uns ein, dass es schon langsam spät wird, und wir gegen 1630 Uhr oder allenfalls 1700 Uhr in Ggantija
sein müssen – den prähistorischen Tempeln auf Gozo. Das wird schon eng, also sputen wir uns ein wenig. Wir sind fast durch Victoria durch als Matthias von Beifahrersitz aus “Achtung!”
brüllt – da ist es auch schon zu spät, es kracht. Ich verstehe erst gar nicht was passiert ist und denke, dass ich wahrscheinlich zu weit links war und mit dem Spiegel ein geparktes Auto
erwischt habe - aber dem ist nicht so! Ich fahre links ran und lasse mir von Matthias erst mal erklären was passiert ist: Da hat einer
direkt vor mir (so direkt, dass es außerhalb meines Gesichtsfeldes war) die Autotür aufgerissen, und die Tür ist uns in die Seite gekracht.
 |
Die Tempelanlage Ggantija
|
|
|
Ich laufe zu ihm und er erklärt mir, dass ich daran schuld sei und besser aufpassen müsse. Ich entgegne ihm – einem Gozitaner – dass er es doch wohl sein müsse, der aufpassen muß, wenn er die Tür aufmacht. Seine Tür
ist ganz ordentlich ramponiert, unser Kotflügel sieht auch nicht gut aus, aber die Spuren sind eindeutig – die Spur beginnt erst in der Mitte unseres Kotflügels, einklares Indiz, dass das Hindernis erst auftauchte, als wir
schon auf der Höhe seines Autos waren. Er meint, er wolle die Polizei rufen, und rennt ins nächste Geschäft. Ich kann das nur begrüßen, denn ich fühle mich im Recht
. Nach vielleicht fünf Minuten taucht er wieder auf – nein, er hat nicht die Polizei gerufen sondern seinen Chef, dem das Auto gehört. Wir diskutieren noch einen Moment, dann taucht
der Chef auf, chauffiert offensichtlich von seinem Sohn.
Er wirkt souverän und ruhig, lässt sich erklären, was passiert ist, schaut sich den Schaden an, deutet dann auf seinen Mitarbeiter und mein, es sei ganz klar seine Schuld und schickt ein
“enjoy your trip” hinterher. Wir haben sowieso eine Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteilung (Glück gehabt!), wollen keinen Ärger und keine Zeit verlieren, deswegen wollen wir jetzt
auch nicht zur Polizei, die auch wohl gar nicht in Victoria selbst ist… wie auch immer akzeptieren wir seinen Vorschlag einfach zu behaupten, unser Schaden müsse wohl von einem
Parkrempler eines anderen kommen. Nicht ganz korrekt, aber wir sind froh, dass es in einem fremden Land jetzt nicht noch kompliziert wird.
 |
Kakteen unweit der Ramla Bay
|
|
|
So kommen wir dann doch noch rechtzeitig nach Ggantija und können uns die etwa 5.300-5.600 Jahre alten Tempel ansehen. Über Xaghra gelangen wir dann zur Ramla Bay mit ihrem Sandstrand – selten auf Malta
und Gozo. Dann kehren wir zurück zur Fähre in Mgarr, wo wir gegen 1800 Uhr eintreffen. Eigentlich wollen wir nun irgendwo noch was trinken, aber
alle Restaurants sind zu, nichts zu machen. Und so beschließen wir dann, doch die erstbeste Fähre zurück zu nehmen und reihen uns ein. Um 1845 Uhr verlassen wir Gozo.
|
Gozo Channel Line im Hafen von Mgarr
|
|
|
Über die Küstenstraße gelangen wir dann zurück nach Sliema. Gegen den doch recht großen Durst trinken wir ein Bier in der Strandbar direkt gegenüber vor dem Hotel – noch bevor wir auf’s Zimmer gehen. Abends kehren wir in
der Pizzaria Zappi’s in Sliema. Dann bleiben wir in einer auf Saloon getrimmten Kneipe hängen und schauen beim Bier ein wenig Extremsport im Fernsehen. Irgendwann wird die Tür zugemacht, keine neuen
Gäste dürfen hinein, aber wir sind ja drin…
[ Weiter zu Tag 7: Der Osten >>> ]
|
 |
|
|
|
|
Zusatzinformationen
Maltas kleiner Nachbar im Nordwesten ist Gozo. Die Insel liegt ungefähr 6km von der Hauptinsel Malta entfernt. Die Gozo Channel Line
verkehrt zwischen Cirkewwa im Nordwesten Maltas und Mgarr auf Gozo. Während der Überfahrt fährt an Comino und Cominetto vorbei, wo sich die Blaue Lagune befindet. 30.000 Menschen teilen sich
das 14,5km mal 7,2km große Gozo, die Bevölkerungsdichte ist dabei mit 373 Personen pro Quadratkilometer deutlich niedriger als auf Malta selbst (1.240 Personen/km2).
Schon von Malta aus sieht man die riesige Kuppel der Kirche in Xewkija. Die zwischen 1951 und 1973 erbaute und 1978 geweihte Kirche
überragt die gesamte Insel. Ihre Kuppel ist noch höher als die der Kirche St. Marija Assunta in Mosta auf Malta. Mit 75m Höhe und 86m Kuppelumfang ist sie sogar eine der höchsten Kuppelkirchen
Europas. Die alte Pfarrkirche von 1665 ist in den Bau integriert.
Die Zitadelle in Victoria gehört ebenfalls zu den weithin sichtbaren Wahrzeichen Gozos. Die wehrhafte Festung ist kaum zu übersehen. Die
Ursprünge der Zitadelle liegen weit zurück in punischer und römischer Zeit. Nach mehreren Zerstörungen sorgten die Johanniter Ende des 16. / Anfang des 17. Jahrhunderts in mehreren Bauphasen
für einen Neuaufbau. Die Stadt selbst, die zum 50. Kronjubiläums Königin Victorias 1887 von Rabat in Victoria umgetauft wurde, hat 6.200 Einwohner und ist der wirtschaftliche und kulturelle
Mittelpunkt der Insel.
Nicht verpassen sollte man einen Besuch des Azure Window. Im Norden der Dwejra Bay liegt diese markante Felsformation, die ihren Namen
nach dem azurblauen Wasser hat, das durch den Felsbogen hindurch scheint: Zwei Felssäulen bedeckt von einer 100m langen und 20 Meter dicken Felsplatte bilden ein 30-40m breites Fenster. In der
gleichen Bucht liegt der Fungus Rock “Il Gabla Tal-General” (der Felsen des Generals). Der markante 20m hohe Felsen ragt steil aus dem Meer auf. Auf ihm war ein Pilz zu finden, der im 16. und
17. Jahrhundert als Allheilmittel galt - der Extrakt wurde damals für viel Geld exportiert, weshalb der Felsen Tag und Nacht überwacht und der Zugang streng kontrolliert wurde.
Ggantija gilt als wichtigste Sehenswürdigkeit Gozos. Die Tempelanlage ist eine der ältesten und größten neolithischen Ausgrabungsstätten
der maltesischen Inseln. Die Entstehungszeit wird auf 3600--3300 Jahre v. Chr. geschätzt. Die Anlage liegt am südlichen Ortsrand von Xahgra.
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
Tag 6: 1. September 2004 (Mittwoch)
Wetter: sonnig und heiß
Tages-Tipps: Azure Window in der Dwejra Bay Zitadelle in Victoria
|
|
|
|
|