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Letzte Änderung:
24.01.2010

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Südküste und Messara-Ebene

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Tag 7

Agia GaliniHeute wollen wir auch wieder in den Süden - zunächst fahren wir die gleiche Route wie gestern und kommen wieder in Spili vorbei. Erstes Ziel ist Agia Galini - für mich die schönste Stadt des Südens. Das Städtchen liegt sehr malerisch - aber auch sehr abgeschieden - direkt am Meer, wie immer ist ein kleiner Hafen dabei. Im unteren Teil der Stadt liegt eine Taverne neben der anderen, dazwischen ein paar Bars, alle sehr nett herausgeputzt. Hier kann man mit Sicherheit auch sehr schön Urlaub machen - aber man ist dann immer auf das Auto angewiesen, wenn man aus der Stadt raus will.

SchluchtWir fahren ein Stückchen zurück und biegen ab in Richtung Messara-Ebene. Das Hinterland ist schroff und verkarstet und bietet an vielen Stellen ein wunderbares Panorama.

Wir halten mehrfach an und schießen das ein oder andere Bild. Die Gegend hier ist doch weit ab von allem. Die kleinen Dörfer auf dem Weg wirken, als würden die Uhren viel langsamer laufen als im Rest der Welt.

Bauer mit Esel
Esel gehören hier wie auch in manch anderer, abgelegenen Gegend Kretas noch immer zum Straßenbild. Autos sind kaum vorhanden, wenn ja, dann sind sie oft 20 oder 30 Jahre alt, und manchmal wirken sie auch nicht unbedingt so, als seien sie einsatzbereit.

Vor uns liegt nun eine Reihe von kleinen, zum Teil verlassenen Klöstern. Das erste ist vom Dörfchen Vorizia aus zu erreichen. Am westlichen Eingang findet sich eine kleine Spitzkehre, die rechts ab geht und die man sehr leicht übersieht. Kloster ValsamoneroZunächst geht es sehr eng durch den unteren Teil des Dorfes, dann wechselt der Weg sehr schnell in eine Schotterpiste. Sie ist sehr staubig und uneben, weißt zudem einige Verzweigungen auf, an denen man nicht sicher ist, wo es weitergeht. Anderen Autos geht es ähnlich wie uns: Anhalten, tiefe Blicke in die Karten und Reiseführer, Achselzucken und dann sich einfach für eine Richtung entscheiden - wird schon passen... Circa 3 km ist man nun unterwegs, bis man das Kloster Valsamonero erreicht. Es soll eines der bedeutensten Klöster Kretas sein. Es ist im Inneren komplett mit gut erhaltenen Fresken aus dem 14. und 15. Jahrhundert ausgeschmückt. Selbst der berühmte El Greco soll sich hier Anregungen geholt haben. Kloster VrondisiWir haben Glück: Normalerweise ist der Eingang der Kirche abgeschlossen, doch der Wächter sitzt gerade daneben und schließt uns bereitwillig auf - die Kameras müssen wir allerdings draußen lassen - schade, aber das ist fast überall in Kreta so: Filmen und Fotografieren im Inneren eine Kirche ist verboten.

Von hier aus geht es zunächst den Staubpiste zurück ins Dorf Vorizia, dann ein paar Kilometer weiter ins Kloster Vrondisi, von dem man einen erstklassigen Blick zwischen großen Zypressen hindurch auf die Messara-Ebene hat. Ein tolles Fleckchen Erde...

Langsam merken wir, daß einige Touristen den gleichen Weg entlang fahren, den wir auch nehmen. Im Verlauf des Urlaubs kommt mir noch mehrfach der Gedanke, daß man entlang der Reiserouten der Touristen-Mietwagen darauf schließen kann, welchen Reiseführer sie benutzen...

ZarosAuch der nächste Rastpunkt ist ein Kloster: Auf den ersten Blick ist Agios Nikolaos ein schmuckloses Kloster. Schon der Reiseführer sagt , daß man dort mit viel Glück vom selbstgebrannten Raki kosten darf - diese Glück haben wir. Nachdem wir uns umgesehen haben, winkt uns ein Mönch herbei. Wir wissen, was uns erwartet, aber daneben steht noch ein Mann. Er redet uns auf englisch an und erzählt uns, daß er gebürtiger Grieche ist und seit 45 Jahren in Kanada lebt. Jetzt besucht er seine Heimat. Er erklärt uns noch mal, daß wir jetzt den Raki testen dürfen. Wir werden ihn bei der nächsten Rast in Zaros wiedertreffen. Wir bekommen jeder zwei Sesam-Kekse und einen Raki. Man ist völlig platt von der Liebenswürdigkeit und der Gastfreundschaft - und das ohne Worte, den wir sprechen kein griechisch und die Mönche kein englisch und schon gar kein deutsch.

Der nächste Ort auf unserer Liste ist von anderer Natur: Zaros liegt am Fuß einer gewaltigen Schlucht. Oberhalb des Ortes entspringen zahllose Quellen, die dem Ort zu einem ungewöhnlichen Wasserreichtum verhelfen, der selbst die Forellenzucht ermöglicht, für den der Ort berühmt ist.

Das soll natürlich der Ort für unser Mittagessen werden: Forelle mitten auf Kreta - das hat was (Unerwartetes)! Die gegrillte Forelle schmeckt sehr gut und ist mit 8 EUR auch gar nicht so teuer. Da wir abseits der Saison sind, sind auch nicht so viele Leute da. Die Taverne - Votomos - ist innen riesig und innen sieht man auch, daß hier Berge von Touristenbussen abgefertigt werden können. Wir aber sitzen auf den wenigen Plätzen, die außen liegen, wo Weinlaub Schutz vor der Sonne bietet.Gesetztestexte in Gortis

Jetzt befinden wir uns schon auf dem Rückweg. Der nächste große Haltepunkt sind die Ausgrabungen von Gortis. Hier liegen viele Dinge aus römischer Zeit. Kurz hinter Agii Deka beginnen die Ausgrabungen, die direkt rechts und links der Straße liegen. Alles, was links der Straße liegt, ist frei zu besichtigen. Rechts davon sind die - für mich - eindrucksvolleren und besser erhaltenen Funde zu sehen, und hier muß man natürlich zahlen.

Keine Frage, daß die Ruinen eindeutig römischen Ursprungs sind. Aber die Römer waren wohl hier die echten Banausen: Die Gesetzestext, die jetzt als Schmuck des Theaters (Odeon) dienen, sind die uralte, altgriechische Gesetzestexte aus der Zeit zwischen 450 und 500 v.Chr. - eine Art BGB, in dem Dinge wie Erbrecht, Scheidung, Beleidigung und das Verhältnis zwischen Freien und Sklaven geregelt sind. Das Besondere: Die Schrift läuft “wie der Ochse pflügt” - eine Zeile von links nach rechts, die nächste von rechts nach links usw.

Der Palast von FestosDie letzte Station auf unserer Reise - den Strand von Matala werden wir aus Zeitgründen an diesem Tag nicht mehr schaffen - wählen wir den Palast von Festos. Vielen wir der Name Festos ein Begriff sein: Durch den berühmten Diskus von Festos, der im Archäologischen Museum in Iraklion ausgestellt ist! Er wurde in diesem Palast gefunden. Der Palast ist ein typischer minoischer Palast. Er wurde 1900 v.Chr. auf einem Hügel mit herrlichem Blick über die Messara-Ebene erbaut - aber bereits 1700 v .Chr. durch ein Erdbeben zerstört. Ein Neubau wurde daraufhin begonnen, aber wie andere Paläste auch, fiel auch dieser der rätselhaften Katastrophe 1450 v.Chr. zum Opfer. Was damals passierte, ist nicht klar. Die spektakulärste Theorie ist wohl die Explosion der Insel Santorin durch einen Vulkanausbruch, der einen Tsunami auslöste.

Nun machen wir uns auf, es wird langsam dunkel, und wir müssen wieder zurück in den Norden.

Weiter zu Tag 8...

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