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Letzte Änderung:
24.01.2010

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Lassithi-Hochebene

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Tag 13

Blick über MaliaHeute stehen wir schon eine Stunde früher auf - um 630 Uhr. Der Grund: Wir wollen zunächst hoch auf die Lassithi-Hochebene und danach - wenn es dann die Zeit noch erlaubt - weit in den: Nach Agios Nikolaos.

Von Rethimnon aus fahren wir die New Road über Iraklion hinweg nach Stalis. Von dort aus führt die Straße steil den Berg hinauf. Schnell hat man einen guten Überblick über die Nordküste in dieser Gegend.

Über Mochos erreichen wir zunächst Krasi. Die einzige Attraktion ist eine riesige Platane, mit fast 18 Metern Umfang angeblich die größte Kretas. Platane in Krasi

Nach der kurzen Rast fahren wir von Krasi aus weiter die Serpentinen entlang. In einer Kurve steht ein Bauer und bietet Raki und Honig an. Wir halten an und sind damit nicht die einzigen: Ein paar Russen haben auch angehalten und probieren wie wir auch den Raki (siehe Bild).

Wir decken uns mit je einer Flasche Raki ein - einfach, aber gut. Und kostet auch nur 3 EUR. Ein Standardpreis hier in der Gegend, wie wir noch feststellen werden. Später - bei der Ausfahrt aus der Ebene - halten wir bei einem weiteren Bauern , der zudem noch Nüsse anbietet und nehmen dort auch noch eine Flasche Raki mit.

Wir fahren weiter und erreichen das Kloster Kera. Es ist eines der religiösen Zentren Kretas. Die Gottesmutter-Ikone des Kloster ist berühmt: Ihr wird nachgesagt, sie sei von Lazarus gemalt. Außerdem sei sie nach diversen Entführungen aus dem Kloster durch die Türken jedesmal von Engeln begleitet zu ihrem Heimatkloster zurückgekehrt. Beim letzten Versuch hätten die Türken die Ikone an einer Marmorsäule festgekettet, woraufhin sie samt dieser zurück nach Kreta geflogen sei...

Raki-Bauer und ProbeWeiter geht hinauf zum Seli-Ambelou-Pass mit den Ruinen der einst prägenden Windmühlen. Hinter dem Paß ist die Straße sehr gut ausgebaut - man baut gerade eine neue Straße, die wohl besser den Touristenströmen standhält als die alte Straße.

Unsere erste Station in der Hochebene ist Tzermiadon. Dort essen wir auch zu mittag - keine ganz glücklicher Entscheidung, denn später auf der anderen Seite der Hochebene wären schöne Tavernen am Strassenrand gekommen mit offenem Souvlaki-Grill. Aber das wußten wir nicht... Nachbau der Windmühlen kurz vor dem PaßZudem sind sich die Reiseführer auch nicht so sicher, ob die Tavernen das halten, was ihr äußerer Eindruck verspricht. Trotzdem haben wir unserer Entscheidung mehrfach bereut - aber es hilft nichts - wir sind schon satt. Zudem war die Taverne in Tzermiadon zwar im Reiseführer gerühmt worden, aber obwohl wir früh dort waren und demzufolge nichts los war, gab es gerade bei meiner Bestellung einige kleine Pannen - vom fehlenden Bier bis zur Mousaka, die einfach nicht beikommen wollte, obwohl Matthias sein Hauptgericht schon lange verputzt hatte. Der griechische Salat vorneweg war allerdings so schnell da, daß er wohl vorbereitet gewesen sein mußte. Da war allerdings auch noch der Wirt selbst am Werk - wir haben ihn allerdings nur bis zum Salat gesehen, dann war er verschwunden.

Die Ruinen der echten WindmühlenVon Tzermiadon aus fahren wir die Straße wieder zurück zu der Stelle, wo wir in die Hochebene hineingefahren sind und von dort aus in die anderere Richtung um die Ebene herum. Die Straße rund um die Lassithi-Ebene scheint eine echte Touristen-Rennstrecke zu sein: Auto an Auto, Bus an Bus - man kann sich sicher sein, am nächsten Aussichtspunkt alle wiederzusehen.

Wir fahren nun weiter, vorbei an den ganzen Tavernen und Souvlaki -Grills, denen wir noch nachtrauern, in Richtung Dikti-Höhle. Zwei Höhlen sind es, die sich darum streiten, welche Höhle die Geburtshöhle des Zeus sei: Eben jene Dikti-Höhle (auch Dikteon Andron genannt) und die Ideon -Höhle im Ida-Gebirge. Man hat dieses ‘Problem’ geradezu salomonisch gelöst: Ein intakte WindmühleHier in der Dikti-Höhle soll Zeus geboren sein, in die Ideon-Höhle soll er danach gebracht worden und aufgewachsen sein. Die griechische Mythologie wird vielen zumindest am Rande geläufig sein - und der Rest in bezug auf die Höhlen findet sich auch in jedem Reiseführer und an sicher tausend Stellen im weltumspannenden Netz, so daß ich hier auf die Wiedergabe des angelesenen Wissens gerne verzichte.

Da die Geburtshöhle des Zeus natürlich absolute Touristen-Pflicht ist, finden wir hier das vor, was man schon erwarten kann - die üblich Abzocke. Aber die 2 oder 3 EUR für den Parkplatz sparen wir uns, in dem wir einfach ein paar Meter weiter unten an der Straße parken. Man muß ja nicht gleich mit dem Auto in die Höhle fahren. Trotzdem ist der Weg schon unerwartet beschwerlich - ein etwas tieferer Blick in den Reiseführer hätte uns offenbart, daß der 20 minütige Weg durchaus konditionell anspruchsvoll ist. Daher auch das Angebot der Bauern, auf dem Rücken eines Esels den Weg zu erklimmen. Das kostet aber satte 10 EUR One-Way. Dafür kann der Esel viel Hafer fressen... die Esel sind übrigens trotz des des groben, steinigen und glatten Untergrunds sehr behände unterwegs - da müssen sich die Bauern, die die Esel führen schon sputen. Konditionell sind die Leute bestimmt sehr gut drauf.

Blick über die Lassithi- HochebeneAuf dem Weg zur Dikiti-Höhle ereignet sich dann aber auch der Knaller des Tages: Während wir den steinigen Weg hinaufkraxeln und ich auf den Boden vor mir blicke, ertönt eine Stimme "Seid ihr nicht aus Nied?" Wir gucken uns an, "Jaaaa...???". "Von der SG Nied, stimmt's?". "Stimmt, ja!" sage ich. "Dich kenne ich. Du heißt Logemann. Uwe". “Jetzt bin ich platt, stimmt". "Heinrich -Sparwasser-Sportfest, Eppstein". Ich bin wirklich mehr als platt. Da läuft man durch Kreta - fast 2500 Kilometer Luftlinie von der Heimat entfernt und wird mit Namen und Vornamen angesprochen. Der Mann und seine Familie (Frau und zwei Jungs) kommen aus Lorsbach und haben uns gleich erkannt. Die Welt ist ein Dorf... wir unterhalten uns ein paar Minuten. Eingang zu Dikiti-HöhleSie sind gerade erst angekommen (Montag wohl) und hatten bei der Ankunft Hagel. Sie haben aber jetzt noch den größten Teil des Urlaubs vor sich. Wir wünschen uns gegenseitig alles Gute und verabschieden uns.

Wir sehen uns die Höhle an, die tief in den Bauch des Berges hinabführt. Der Weg ist glitschig durch das grüne Moos, das hier überall an den Felsen gedeiht. Sehr spekakulär ist die Höhle nicht, wir haben schon schönerer Höhlen gesehen. Aber es natürlich die faszinierende Mythologie, die den Ort zu etwas besonderem macht.

Danach geht es auf mehr oder minder direktem Weg nach Agios Nikolaos, wo wir am östlichsten Punkt unserer Etappe angelangt sind. Wir können uns dort nicht so lange aufhalten, denn die Zeit ist schon fortgeschritten und wir wollen nicht zu spät zurückkommen. Esel auf dem Weg zur Dikti-HöhleEine der Attraktionen ist der Voulismeni-See kurz hinter dem Hafen. Mit dem Hafenbecken ist er durch einen 20 Meter langen Kanal verbunden. Legenden ranken sich um den See - Jacques Cousteau soll in ihm getaucht sein und den Grund dieses von Süßwasser gespeisten Sees nicht gefunden haben! Auch haben angeblich deutsche Soldaten ganze Panzer dort versenkt - und sie wurden nie gefunden. Auch ein Lastwagem, der vor Jahren in den See gestützt ist, ist wie vom Erdboden verschluckt. Andere wiederum wissen, die Tiefe sei exakt 64 Meter. 1956 -- während eines Vulkanausbruchs auf Santorin - tauchten im See plötzlich tote Hochseefische auf, was den Schluß nahelegt, daß es unter dem Meer eine Verbindung zwischen beiden Inseln gibt.

Auf dem Rückweg landen wir zwischen Iraklion und Rethimnon noch in einem kleinen Regenunwetter - Agios Nikolaosein entgegenkommendes Fahrzeug haut uns aus einer Pfütze so viel Dreckwasser auf die Scheibe, daß wir eine Moment lang gar nichts sehen. Das Quietschen des kaputten Scheibenwischers ist so laut (er hat auch die Scheibe angekratzt), daß wir lieber laut Modern Talking aus dem einzig hörbaren Sender hören, um das zu übertönen. In Rethimnon selbst war es wohl trocken. Mit ca. 345km war das wohl unsere längste Etappe. Mittlerweile haben wir mit beiden Autos etwa 1800km zurückgelegt.

Weiter zu Tag 14 ...

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